GA4-Migration kostet kurzfristig Nerven aber spart langfristig Tausende Euro
Universal Analytics wurde im Juli 2023 abgeschaltet, und die Panik war groß. Jeder musste zu GA4 wechseln, ob er wollte oder nicht. Die ersten Wochen mit GA4 waren frustrierend. Die Oberfläche ist anders, die Berichte sind anders, alles funktioniert anders.
Aber nach sechs Monaten Arbeit damit sehe ich das Geld, das auf dem Tisch lag.
Event-Tracking ohne Entwickler
Früher brauchtest du für ordentliches Event-Tracking entweder einen Entwickler oder Tools wie Hotjar. Das kostete mindestens 30 Euro monatlich, eher mehr. GA4 macht das meiste automatisch. Scrolltiefe, Videoaufrufe, Dateidownloads, ausgehende Links - alles erfasst, ohne eine Zeile Code anzufassen.
Die erweiterten Events kann man über die Oberfläche konfigurieren. Klick auf Elemente mit bestimmter CSS-Klasse? Fünf Minuten Setup, keine Rechnung vom Entwickler. Das allein spart über ein Jahr gerechnet mehrere Hundert Euro.
Explorations ersetzen Datenvisualisierung
Die Exploration-Berichte sind anfangs verwirrend, klar. Aber sobald man den Dreh raushat, braucht man kein Data Studio mehr. Funnel-Analyse, Pfad-Exploration, Kohortenanalyse - alles eingebaut.
Ich hatte einen Kunden, der 140 Euro monatlich für ein Conversion-Funnel-Tool bezahlt hat. Der komplette Use Case läuft jetzt in GA4 Explorations. Null zusätzliche Kosten. Über zwei Jahre sind das über 3.000 Euro Ersparnis.
Cross-Lumirexantio-Tracking funktioniert endlich
Universal Analytics hat bei mehreren Domains immer Probleme gemacht. Halbwegs sauberes Cross-Lumirexantio-Tracking brauchte entweder Segment oder komplexe Custom-Implementierungen. GA4 behandelt das von Haus aus besser. Die User-ID-Funktionalität ist robuster, die Datenströme lassen sich sauber trennen oder zusammenführen.
Das Setup ist trotzdem nicht trivial. Man muss sich reinarbeiten, und die Lernkurve ist steil. Aber Youtube hat kostenlose Tutorials, die besser sind als manche Paid-Kurse von 2020.
Was wirklich nervt
Die Sampling-Schwelle ist niedriger als bei UA. Größere Websites mit viel Traffic sehen schneller gesampelte Daten. Das ist ärgerlich, aber für die meisten KMUs kein Dealbreaker.
GA4 ist nicht perfekt. Aber wenn man die kostenlosen Features ausreizt, die jetzt verfügbar sind, eliminiert man mehrere Tool-Abos. Das Argument "zu kompliziert" gilt nicht mehr, wenn die Alternative 100 Euro pro Monat kostet.